NABU-Exkursion zum Medenic/Kupferhübel in Tschechien am 26. Juni 2021

„Einer der schönsten Aussichtspunkte Mitteleuropas!“ äußerte sich einst Wilhelm von Humboldt begeistert über unser Exkursionsziel vom 26.06.21. Fast auf den Tag genau zehn Jahre früher waren wir mit unserem NABU-Kleinbus schon einmal in der westböhmischen Stadt Medenec vorgefahren und bekamen, angeleitet auch damals von Wolfgang Dietrich aus Annaberg, schöne, teilweise einmalige Naturerlebnisse „vorgesetzt“.

Heuer  meinte es die Witterung recht gut mit uns sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Leicht bedeckt, warm und fast windstill – also bestes Beobachtungswetter! Der am Nachmittag dann doch noch einsetzende Regen wurde von uns allen als wohltuende Erfrischung empfunden. Leider waren damit aber auch fast alle interessanten Insekten mit einem Schlag verschwunden. Morgens, kurz nach unserer Ankunft am Medenic, hatten wir beobachten können, dass kleine Wildbienenarten sich bei Nacht und Kältereiz von den sich schließenden Blüten der Korbblütler fast vollständig zudecken und so wahrscheinlich wärmen lassen.

Wolfgang war wieder unser verlässlicher Führer und Artbestimmungs-Experte. "Hanghühnern" ähnlich, bewegten wir uns immer  nur ein paar Meter unterhalb der 1674 erbauten Barockkapelle „Zur unbefleckten Empfängnis“ (908 m) über Fels, Trockenrasen und üppig blühende Wiesen mit Fotoapparat oder Handy den Steilhang entlang. Zu hören und zu sehen gab es einige bei uns daheim schon sehr seltene Vogelarten: Wachtelkönig, Wachtel, Gimpel, Baumpieper und von den Schmetterlingsarten Wegerichbär, Lilagold-Feuerfalter, Baumweißling, Taubenschwänzchen, Gitter- und Pantherspanner. Dazu aus der umfangreichen Käferfamilie ein Echter Widder- oder Wespenbock, der Ameisensackkäfer und verschiedene Sandlaufkäfer-Arten. Eigenartig gefärbte und geformte Insekten waren begehrte Foto-Motive: Streifenwanze, Sandwespe und Kamelhalsfliege. Und nur beim NABU gibt es so etwas: Unser Fahrer, der gefühlte zwanzig Umleitungen auf Hin- und Rückfahrt  durchs Erzgebirge beiderseits der Grenze umkurven musste, war uns auch am Zielort beim Bestimmen der vielen Insektenarten eine große Hilfe. Danke, Uwe, Du Vielfach-Talent!

Kommen Sie doch bei einer unserer nächsten NABU-Expedition in die Umgebung von Chemnitz oder ins etwas weitere (höhere!) Erzgebirge einfach einmal mit. Sie werden es ganz sicher nicht bereuen.

Hans-Jürgen Görner

 

Fotos: H.J. Görner und C. Schüppel